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frei geschrieben

Der normale Semesterbetrieb pausiert gerade ein wenig, deshalb hier nochmals ein Buchtipp von mir. Es geht um das Schreiben von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Wissenschaftliches Schreiben ist zwar nicht Inhalt unseres Studiengangs, gehört aber zum breiten Berufsfeld von Schreibpädagogen dazu. Und spätestens im nächsten Jahr betrifft uns das Thema persönlich, wenn wir mit unserer Masterarbeit unser Studium abschließen werden.
Flott geschrieben und in den Methoden amerikanisch orientiert führt Judith Wolfsberger durch alle Phasen der Erstellung einer Abschlussarbeit. Der Titel „frei geschrieben. Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ ist 2008 bei Böhlau in Wien erschienen (ISBN 978-3-205-77628-4). Judith Wolfsberger hat während eines Studienaufenthalts in Berkeley erlebt, wie Schreibförderung an Universitäten auch aussehen kann. In ihrem schön gestalteten und übersichtlichen Buch macht sie viel Mut – ein Lieblingswort von ihr ist „Chuzpe“  – und will Freude am Schreiben vermitteln. Für die eigentliche Textproduktion benutzt sie die Methoden des Clusters und des Freewritings, doch sie geht auch auf die Themen Umgang mit den BetreuerInnen, Themenabgrenzung, Gliederung, Überarbeitung, … ein. Spannend im Zusammenhang mit unserem Modul „Schreiben am Computer“ fand ich, dass sie sich sowohl mit handschriftlichen Rohentwürfen als auch mit möglichen technischen Hilfsmitteln beschäftigt. Ihre Idee, die Abschlussarbeit in einem Schreibmarathon – inspiriert vom National Novel Writing Month – zu schreiben, möchte ich aufgreifen und suche hierfür jetzt schon interessierte MitstreiterInnen für den Sommer 2010.

Aufheiterung II

Manifest

 

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kreativen Schreibens. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet, der Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki und die Abkanzlerin Angela Merkel, radikale Kräfte des Vereins zur Säuberung des Hauses der Literatur und Agenten des Bündnisses „Schreibordnung Agenda 2010“.

Wo ist die Schreibwerkstatt, die nicht von ihren Gegnern als subversive Zelle verschrien worden wäre?

Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor.

Das Kreative Schreiben wird bereits als Macht anerkannt.

Es ist hohe Zeit, dass die Kreativ Schreibenden seine Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegt.

Jetzt ist in einer wissenschaftlichen Studie von Prof. Aschoff (2009) erstmals eindeutig nachgewiesen worden, was zur Schaffung eines fördernden Umfelds für Menschen und daher insbesondere für die hochsensible Zunft der Kreativ Schreibenden wichtig ist. In den jetzigen Verhältnissen darf man sich nicht wundern, wenn diese kulturell äußerst wichtige Gruppe sich mit ständigen Schreibkrisen und –blockaden abplagt.

 

1

Zuallererst muss eine jede Tätigkeit des Menschen seinen Zweck in sich selbst haben, so wie man es in der herausgehobenen Zeit des Spielens schon jetzt erfahren kann. Hierdurch wird die für kreative Prozesse absolut abträgliche Produktorientierung verunmöglicht.

 

2

Das Bewusstsein wird von den Europäern stark überschätzt. Es ist für das Kreative Schreiben in höchstem Maße hinderlich. Der Instinkt, der sich aus den Kräften des Unterbewusstseins speist soll beim Schreiben an seine Stelle treten. Die zu Tage tretende Wahrheit wird den Europäern den Spiegel vorhalten und blinde Flecken in der Selbstwahrnehmung beseitigen.

 

 

 

 

 

3

Absolute Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber ist zu fordern. Sowohl Feedbackgeber als auch –nehmer bzw. alle Menschen können sich nur weiterentwickeln, wenn sie endlich mit dieser doppelbödigen Höflichkeit aufhören würden, die manchmal auch charmant daher kommt.

 

4

Die Schreibfabriken von Mulitmedia-Konzernen müssen durch Schreibwerkstätten ersetzt werden; nur so sind Entfremdung und Abgeschnittensein von den Produktionsmitteln in weiten Teilen der Bevölkerung zu beseitigen.

 

5

Anstelle von PISA-Studien müssen Glücksförderungsstudien eingeführt werden. Nur so kann die heranwachsende Generation in den Genuss der einzigartigen Ressourcen kommen, die das Kreative Schreiben bereithält

 

6

Der überkommene Tiefgang vor allem der Teutonen muss dringend gegen eine neue Leichtigkeit ersetzt werden. Nichts ist dem kreativen Prozess abträglicher  als der Anspruch geniale Texte für das Haus der Literatur verfassen zu wollen und sich dabei womöglich noch an Vorbildern wie Goethe zu orientieren.

 

 

Literatur

 

Aschoff F. 2009. Was muss alles abgeschafft werden? Was muss an dessen Stelle gesetzt werden?

Doppelt verblindete Auto-Exploration. Download unter: https://www.asfh-berlin.de/ostg/courses/studfiles/8602/783779_1235040870.pdf

 

 

Feedback bitte im Sinne aller sechs Paragraphen

Muttermanifest

Vielleicht ist die Zeit ja reif für diese Initiative, vielleicht ist der blog ein sinnvoller erster Schritt in die Öffentlichkeit. Lest mein Manifest (zunächst als Übungstext für das Modul kreatives Schreiben entstanden) und schließt Euch der Initiative an. Übrigens: Auch betroffene Väter und nicht Betroffene sind gefragt, es gilt die alte Regel: Nur gemeinsam sind wir stark.

!Gegen die Mutterschaftsdepressivität!

Kein Ende der Mutterschaftsdepressivität ist in Sicht, mit der Mutterschaftsdepressivität wird es bald zu Ende gehen!

1. Die Mütter aller Weltenden und Kulturen vereinigen sich gegen die Vorherrschaft der Söhne. Wir lassen uns nicht mehr gegeneinander ausspielen. Wir halten zusammen wie Plazenta und Gebärmutter bis nach der Geburt. Die Vereinigung glücklicher Mütter wird geboren.

2. Mütter lieben ihre Kinder, jede auf ihre Art. Kinder lieben ihre Mütter, jedes auf seine Art. Wir lassen uns unsere Liebe nicht länger nehmen. Wir beharren darauf, dass Liebe auch manchmal auf krummen Wegen geht. Wir lieben wie der Schmetterling im Wind flattert.

3. Mutterschaft ist ein anstrengendes Geschäft und mehr wert als alle Hedgefonds und Steuersparmodelle dieser Welt. Wir lassen uns diese Aufgabe ab sofort bezahlen. Doch der schnöde Mammon wird dem nicht gerecht. Unsere Bezahlung sind liebevolle Massagen, ungestörte Nächte in Himmelbetten, Kuchen und Canapees, Frauenabende in Cocktailbars, Saunabesuche, Überraschungsgeschenke und was immer unser Herz begehrt.

4. Wer einmal Mutter ist, wird es immer bleiben. Wer einmal Mutter ist, will dennoch zwischendurch auch mit Erwachsenen sprechen. Wir fordern Wohnformen, in denen viele Kinder mit vielen Erwachsenen, alten und jungen, Männern und Frauen zusammen wohnen, auf dass die Mütter ihre Küche regelmäßig verlassen können.

5. Eine Welt, die nicht für Kinder eingerichtet ist, ist auch nicht für die Mütter eingerichtet. Kinder brauchen Verlässlichkeit: Berufspendeleien durch die ganze Welt, prekäre Arbeitsverhältnisse, befristete Verträge werden als kinderfeindlich abgeschafft. Kinder brauchen Sicherheit: Autos werden aus den Städten verbannt, Stadtteilgemeinschaften werden errichtet.
Kinder brauchen Zukunft: Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind das Gebot der Stunde und des Jahrtausends. Die Welt muss sich nach den Bedürfnissen der Jüngsten einrichten, dann werden Mütter ihre Aufgabe mit Freude erledigen.

6. Kinder sind die Zukunft und ohne Mütter gibt es keine Kinder. Wir alle, die wir die wichtigste Aufgabe der Welt erledigen, kämpfen für unsere Anerkennung. Die Menschheit erkennt die Wichtigkeit und wir erleben Wertschätzung und Achtung. Selbstzweifel, Depressivität, Schuld- und Versagensgefühlen sagen wir Aufnimmerwiedersehen.

Das Ende der Mutterschaftsdepressivität ist in Sicht. Der Kampf der vereinigten Mütter hat heute begonnen.

Glückliche Mütter wollen wir sein. Glückliche Mütter sind wir.

Vereinigung der Mütter aller Weltenden und Kulturen

März 2009

V.i.S.d.P: blinddarm@studierschrift.wordpress.com

Alle Mütter, Kinder und sonstigen Interessierten können sich jederzeit dem Kampf anschließen. Beginnen Sie in Ihrem Wohnblock mit gegenseitiger Unterstützung, machen Sie Ihre Straße zur Spielstraße, fahren Sie mit dem Fahrrad und fordern Sie jegliche finanzielle Unterstützung ein, die es geben könnte. Schreiben Sie mit Ihren Kindern eine Geschichte!

Geschafft – die Hausarbeit ist bei der Post und hoffentlich auf dem Weg zur Dozentin. Vorhin habe ich schon die Fantasie entwickelt, dass sie unterwegs verloren geht. Und dann? Katastrophe? Ich müsste sie wohl nochmals ausdrucken und abschicken. Also beruhige dich, Herz, es kann nichts schlimmes passieren.
Schreiben wollen wir lernen und vor allem, andere zum Schreiben zu bringen. Da sollte doch so eine Hausarbeit kein Problem sein. Trotzdem wetteifern viele Stimmen in meinem Kopf um Gehör. Hausarbeit klingt so wissenschaftlich und ich schreibe nichts, als einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht. All meine Gedanken, Reflektionen sind mir so selbstverständlich, meine Selbstzweifelstimme ist sich ganz sicher, dass alle anderen viel tiefergehende, interessantere, fundiertere und auch noch besser formulierte Hausarbeiten schreiben. Und über allem schwebt die Sorge um die Noten, wo doch für mich in meiner Situation Noten so gar keine Rolle spielen. Eigentlich.
Allen Zweifeln zum Trotz ist mein Werk nun unterwegs. Ich habe mir eine Pause verdient. Gut, es steht noch ein Feedback an und die zweite Hausarbeit. Und wenn dies alles fertig ist, kann ich schon anfangen, mich mit den Aufgaben fürs zweite Semester zu beschäftigen. Die Einführung in die Philosophie und der Lehrbrief Schreibpädagogik liegen bereit. Trotzdem. Erst ab dem Wochenende. Zur Entspannung ein wenig bloggen.
Beflügelt vom Erfolg der eingetüteten Hausarbeit habe ich mich heute übrigens getraut, in zwei Buchgeschäften nach Büchern zum kreativen Schreiben zu fragen. Im ersten gibts gar nichts (für christof: in der kleinen, linken), in der anderen standen immerhin ein paar Klassiker zur Stilkunde (Wolf Schneider und das Steputat Reimlexikon) und ein paar Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben. Vielleicht hätte ich da mal vor der Hausarbeit nachfragen sollen? Die Buchhändlerin war sehr freundlich, gab in ihren Rechner „kreatives Schreiben“ ein und stellte fest, es gäbe dazu eine ganze Menge. Ach so! Sie könne mir gerne was zur Ansicht bestellen. Nun gut, da werde ich wohl den Büchereien treu bleiben. Wegen ihrer Aufgeschlossenheit und weil ich gesehen habe, dass es in der Buchhandlung ausgelegte Flyer gibt, versuchte ich noch den Flyer für die neu von mir ins Leben zu rufende Schreibgruppe auszulegen. Mein Einwand Buchhandlung und Schreiben passe doch gut zusammen, half nichts, nur Flyer von Kulturinstitutionen dürfen hier liegen.
Vielleicht bin ich ja auch eine Kulturinstitution?

März

Blick aus dem Fenster im März:
Auf geschwungene rote Dachziegel
malt großflockiger Schnee
chinesische Schriftzeichen.

Zur Aufheiterung

Nach dem etwas frustiert klingenden Tagebucheintrag von unserem Blinddarm bin ich auf die Idee gekommen meine sechste Übung aus KS mal hier einzustellen: 

 

Was muss alles abgeschafft werden?

Was muss an dessen Stelle gesetzt werden?

Doppelt verblindete Auto-Exploration   

Frank Aschoff

 

Einleitung

Nach repräsentativen Erhebungen des Autors sind hochgerechnet ca. 99,99 Prozent der Bundesbürger unzufrieden – und zwar mit vielem. „ Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein“ : so Marx (1867). Wie kann also das gesellschaftliche Sein verändert werden?

 

Methode

Um Missstände im gesellschaftlichen, aber auch individuellen Sein aufzudecken, hat sich der Autor der von ihm entwickelten Auto-Exploration unterzogen. Hierbei handelt es sich um ein objektives Verfahren, mit dessen Hilfe man in Studien repräsentative Ergebnisse auch bei geringer Probandenzahl (n=1) erzielen kann.

Dem Probanden (Autor) wird vom Untersuchungsleiter (Autor) ein Blatt mit den Buchstaben des Alphabets in vertikaler Ausrichtung vorgelegt. Der Proband hat bei  jedem Buchstaben maximal 3 Sekunden Zeit, den Buchstaben zu dem Begriff für das Abzuschaffende zu ergänzen und dann mithilfe eines Stichwortes das an diese Stelle zu setzende zu beschreiben. Durch die Zeitvorgabe wird sichergestellt, dass der Proband immer die ersten Einfälle nimmt, die direkt aus dem Unbewussten kommen, das bekanntlich die Wahrheit enthält. Hier haben die Zensor-Mechanismen noch nicht eingegriffen. Eine erste Untersuchungsanordung, in der vorgesehen war, dem Probanden vor dem Test eine gewisse Menge C2H6O zuzuführen, ist von der zuständigen Ethikkommission leider abschlägig beschieden worden.

Die Auswertung erfolgte doppelt verblindet, d.h. weder Untersuchungsleiter noch Proband wussten wirklich genau was sie taten.

 Ergebnisse

 Es kam zu hochsignifikanten Ergebnissen. Der Drop-Out lag bei 0.

Zu allen 26 Buchstaben des Alphabets gab es ein eindeutiges Ergebnis (Tabelle 1).

 

Tabelle 1_Links das „Abzuschaffende“, rechts die Alternative


Arbeit – Spiel

Bewusstsein – Instinkt

Charme – Ehrlichkeit

Drangsalieren – Fördern

 Ende – Anfang

 Fabriken – Werkstätten

 Gesundheit um jeden Preis – Leben als Kunstwerk

 Haus – Hütte

 Intelligenz – Stille

 Jasagen – Neinsagen

 Kaufen – Sein

 Leiden – Wunschlosigkeit

 Meinungen – Haltungen

 Niemand sein – Nichts sein

 Ohrfeigen – Streicheln

 Pisastudien – Glücksstudien

 Quark erzählen – Nachdenken

 Ruhe bewahren – still sein

 Sex – Liebe

 Tiefgang – Leichtigkeit

 Unterschiede – Inter-Sein

 Vieles – Eines

 Wiedergeburt – Tod

 XXXL-Figur – M-Figur

 Yoghurt mit Chemie – Yoghurt ohne Chemie

 Zeit – Gegenwart

  

Diskussion

 Trotz der eindeutigen Ergebnisse, sind zur Bestätigung noch weitere Untersuchungen nötig.

Zukünftige Untersuchungen sollten folgende Fragen mitbedenken:

Welche Rolle spielen die Tageszeit, das direkt vorher Erlebte – oder im Vorfeld eingenommene Drogen?

 

Literatur

 

Marx K. 1867. Das Kapital. Erster Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Hamburg: Verlag von Otto Meisner

 

 

Anmerkung

 Diese Untersuchung ist nicht mit Fremdmitteln unterstützt worden; im Gegenteil: dem Autor sind erhebliche Kosten entstanden. Es lag aber kein Interessenskonflikt vor.

 

Korrespondenzadresse:

frank.aschoff@web.de

 

*Für Feedback aus dem unzensierten Bereich des Unbewussten ist der Autor immer dankbar. 

Es ist ruhig geworden, hier im Blog und auf unserer Lernplattform. Das regelmäßige Einloggen lohnt sich nicht mehr, zu wenig passiert. Die allermeisten Übungen für das erste Semester sind geschrieben, die FreiberuflerInnen unter uns arbeiten ihre Aufträge ab, um sich die Gebühren fürs nächste Semester (und hoffentlich noch ein wenig mehr Geld, ich drück euch die Daumen) zu verdienen. Und es stehen ja noch die beiden Hausarbeiten an, die wir – ganz ungewohnt – nicht hochladen, sondern ausdrucken und mit der Post verschicken müssen.
Ich schreibe meine Hausarbeiten, mit Lebensphasen habe ich schon begonnen, und mit all den Aufgaben und Arbeiten in meinem Leben wird es nicht langweilig. Draußen fällt seit 20 Stunden eisiger Regen vom Himmel und alle Frühlingsgefühle und aller Spaß am Rausgehen, die Natur genießen und Menschen zu treffen sind eingefroren. Doch so ganz alleine in meinem Zimmer vor dem Computer ist es einsam. Mir fehlt der Austausch, der Kontakt. Wenn schon nicht auf der Lernplattform, so wenigstens im Blog? Ob virtuelle Kommunikation das ersetzen wird, was mir fehlt? Vielleicht telefoniere ich die nächsten Tage mal mit einer meiner KommilitonInnen.
Und nun, weils einfach auch mal fertig werden muss, wechsle ich ins word und reflektiere meine Erfahrungen beim biografischen Schreiben.

Hallo ihr Lieben,

Wir sollen ja einen selbstgemachten Text in diesen Blog einstellen. Ich habe lange überlegt, welchen ich nehmen soll, aber keiner der Texte, die ich im Verlauf des Studiums geschrieben habe, erschien mir geeignet. Schließlich hatte ich die Idee, ein chinesisches Gedicht für euch zu verfassen. Es ist nicht sehr lang, aber dafür äußerst gehaltvoll.

瑞雪 滴流 在屋外

舉頭望明月

看上去 哲人

企盼

Für diejenigen, die sich im Chinesischen noch nicht so sicher bewegen, sei folgender Link empfohlen: http://www.chinaboard.de/chinesisch_deutsch.php

Viele Grüße…

Hallo ihr Lieben, wusstet ihr, dass heute vor genau 100 Jahren der sowjetische Testpilot Grigori Jakowlewitsch Bachtschiwandschi das Licht der Welt erblickt hat? Das ist er:

180px-grigori_jakowlewitsch_bachtschiwandschi

Als ich davon erfuhr, dachte ich mir, dass heute ein geeigneter Tag sein könnte, um den ersten Blogpost meines Lebens zu verfassen. Mein Freund wusste bis eben auch nicht, was ein Blog ist. Als ich es ihm erklärt habe, hat er gesagt, wir sollten darauf etwas trinken. Wir trinken jetzt Blaubeersuppe aus dem IKEA-Sortiment. Sie ist übrigens nicht sehr zu empfehlen. Das Leben hat heute außerdem zu bieten: große, wässrige Schneeflocken, warme Socken und trotzdem kalte Füße, Bratwürstchen mit Sauerkraut, unangenehme Enthüllungen über die männliche Psyche, Diskussionen über das Für und Wider von Tagesmüttern, leichte Gewissensbisse (weil ich gar nicht so krank bin wie meine Chefin glaubt), Wangenküsschen… Insgesamt nicht die schlechteste Mischung – aber auch nicht die beste.

Vielleicht war heute doch der falsche Tag, um zu posten, denn mir fällt nichts Interessantes ein, was ich euch erzählen könnte (außer der Sache mit Grigori). Aber das geht vielleicht vielen Tausend Bloggern ganz ähnlich. So also fühlt sich das an. Ich glaube, süchtig werde ich nicht.

Herzliche Grüße vom Rosa Gänseblümchen (pembepapatya)

fourty1

 

Neunzehnhundertneunundsechzig 

betrat ich die Erde:

Ein großer Schritt für mich,

ein kleiner für die Menschheit.

 

Manchmal denke ich,

ich wäre immer noch im Lunapark.

Im Traumanzug der Jugend gefangen,

den schweren Kopf versteckt hinter

verspiegeltem Glas.

 

Mit Nabelbruch schlendere ich steif

durch die schwarze Steinwüste.

 

Funkelnde Zeitpunkte vergangener Jahre.

Das Traumschiff hatte mich vergessen.

Geweckt von den Klängen des Winter of Love

Wache ich von der Kälte auf:

Zwanzighundertneun.

Heute noch nicht getwittert

What am I doing? Der Park ist winterweiß, der See gefroren – werde mal sehen, ob das Eis hält!

Herzblut

Derjenige, der mit Tinte schreibt, ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, der mit Herzblut schreibt.

Khalil Gibran

Ich stehe ja nicht so auf Zitate im Allgemeinen. Das ist eins, was mir denn doch mal gefallen hat. Herzblut ist ja rot, ausser man ist ein Blaublut, dann solls ja Tintenblau sein, sagt man. Blutrote Tinte, wenn man so mit Herzblut schreibt. Das ist schön, wenn sie dann auch noch fein riecht. Nach Rose oder Lavendel, Gardenie oder nach feiner frischer Orangenschale. Dann wird das Geschriebene doch gleich viel feiner.

Rote Tinte mit einem Hauch von…

Hmmm, so einen Brief möchte ich geschickt bekommen. Den hol ich dann mit einem Stapel Rechnungen aus meinem Briefkasten. Der schnuppert schon fein, wenn ich im Treppenhaus die vielen Treppen zu meiner Wohnung hochgehe. Dann wundere ich mich. Ein feiner Duft nach Rose. das ist ja nun mal mein absoluter Favorit. Oh, so ein Duft nach Augusta Luise, die ist zwar nicht rot, eher apricot. Aber der Duft! Der ist fein! Dann schnuppere ich nochmal und merke, das ist der Stapel Rechnungen, dem mal nicht der Gestank  nach unbezahlt anhaftet. Dann sehe ich die Ecke des Briefumschlages unter der Rechnung meines Stromanbieters hervorspitzen. Rosarot und handgeschöpft. Mit fliegenden Fingern würde ich den Umschlag aufreissen und einen feinen Bogen blütenweissen Papiers heraus ziehen, ihn auseinander falten und den süßen Duft mit geschlossenen Augen aufsaugen. Erst dann die Worte lesen, die da mit dunkelroter Herzbluttinte und geschwungener Feder geschrieben stehen. Vielleicht ein Gedicht oder ein Zitat. Das wäre ein feiner Gedanke.

Na, das wird wohl auch nur ein Gedanke bleiben. Wer schreibt denn heute noch mit Tinte?

Mit Herzblut, ja, das schon…

Liebe Grüsse vom Kartoffelkäfer,

dem ein feiner Geruch in die Nase zieht. Nach Lavendel? Nein nach Augusta.. und der sich fragt, warum kann er diesem Artikel keinen feinen Duft anhängen????

Ich erinnere mich, dass wir die 3-Minuten-Texte vom Präsenzwochenende hier sammeln wollten!? Deshalb mache ich einfach mal den Anfang.

Meine Wörter waren: Blindwühlen, Eis, Kopf, singen, Troggenfutter.

Also:

Warum die Giraffe den Schnee so liebt…

Du fragst, warum die Giraffe den Schnee so liebt? Eine einfache Frage! Stell dir vor – den ganzen Sommer nur Troggenfutter. Zäh, dröge, macht durstig. Die Giraffe lechzt nach Eis. Ab und zu ein Zoobesucher, der die Reste einer Waffel über den Zaun plumpsen lässt. Die Giraffe versenkt ihren Kopf in der kühlen, süßen Masse, wühlt blind zwischen Aluminium und Kekskrümeln nach den letzten erfrischenden Eisklecksen. Und da fragst du, warum sie vor Freude anfängt zu singen – laut und dröhnend – wenn die ersten klirrendkalten Schneeflocken vom Himmel taumeln?

Und welche Gründe für die Schneeliebe der Giraffe habt Ihr in Euren Texten gefunden?

Und ewig lockt der Blog?

Ach nein, es heißt ja das Blog. Aber Blog erinnert mich an Block und der Block lockt mich mehr als das Blog. Das Blog ist ja auch sowas wie ein Block. Schreiben und die Seite an eine öffentliche Wand pinnen. Haben wir früher in der Schule auch gemacht. Da hieß es Wandzeitung. Die wurde zu einem vorgegeben Thema gestaltet. Manchmal war da sogar Platz für ein Gedicht. Hier ist nix vorgegeben, aber die Pinnwand ist öffentlicher als öffentlich. Das blockiert mich ein wenig und blockiert Zeit: noch länger vor der Kiste…

Hat ja auch eine Weile gedauert, bis ich mich durchringen konnte, mich anzumelden. Dreimal habe ich Christofs 10 Seiten zum bloggen gelesen und mir die Haare gerauft. Das klang alles so kompliziert. Dann habe ich den Papierkram in die Ecke geschmissen und mich durchgeklickt. War einfacher, als es sich gelesen hat. Blöd war das mit dem Nickname. Da ging es mir wie Wischmop09. Warum hatten sich schon andere so genannt, wie ich mich nennen wollte? Ich bin aber nicht wie Wischmop09 durch die Zimmer getobt, um mich von dem anregen zu lassen, was mich umgibt. Nach dem zweiten Fehlversuch habe ich meine Textdatein nach Überschriften abgesucht. Hat gleich bei der ersten geklappt und da wir sowieso eine Geschichte einbloggen sollen, stelle ich euch den Text vor, der mir meinen Bloggerinnennamen geben hat.

STERNENWEISE

An einem Sommerabend stolperten drei Mädchen über das Wort STERNENWEISE. Keine wusste, wo es so plötzlich hergekommen war. Es war einfach da. Das muss ein Lied sein, sagte die erste, eine Weise, die man den Sternen singt. Und sie begann, eine Melodie in die anbrechende Dämmerung hinein zu summen. Die zweite hatte sich an den Wegrand gesetzt, sprang aber sofort wieder auf und betrachtete das Gewimmel zu ihren Füßen. Ameisen, rief sie, so unzählig viele, wie es Sterne gibt. Sterneweise Ameisen! Die dritte drehte und wendete das Wort in ihren Händen. Dabei lösten sich die Buchstaben voneinander. Erschrocke formte sie die Hände zu einer Schale und fand darin ein WIESENNEST. Aus den Augenwinkeln sah sie gerade noch, wie die Ameisen ein E und ein R in ihre Behausung schleppen wollten. Rasch bückte sie sich, um die Ausreißer zu den anderen Buchstaben zurückzulegen. Durch diese Bewegung waren die Buchstaben wieder alle durcheinander geraten und als das Mädchen die Hände öffnete, blickte sie in einen STERNENSEE an dessen Ufer sich ein W und ein I innig aneinanderschmiegten. Die Mädchen kicherten. Schließlich fuhr der Wind dazwischen und blies die Buchstaben dem aufgehenden Mond entgegen.

Als STERNENWIESE funkelten sie nun vom Nachthimmel herab.

Anfangs bekam Chantal durch einen fiesen Gartenzwerg Herzklopfen …

Quietschvergnügtes ABC

Ach, bis Cincinatti darben?
Erprobe fabulierendes Glück,
haltlos im jubelnden Kichern.

Langes, mühsames Nachgehen,
obwohl Prinzen quietschvergnügt rufen:
Steppen! Tanzen! Unverzagt voran!

Wollust x-fach yberall.
Zugvogelzauber.

… habe ich mir einen kleine Geschichte ausgesucht, zu der mich ein Zeitungsartikel inspiriert hatte (auch eine Form von Weltöffentlichkeit). Frei nach Lazarak: Trägt das Eis, knackt das Eis? Wer schaut mir zu? Alle, wenn sie wollen.

Also dann:

BEI ANRUF MORD

30 Sekunden nachdem der Notruf kam, saßen sie auf ihren Plätzen. Der Rettungswagen raste blitzend und heulend durch die Nacht. Sie waren ein eingespieltes Team. Rolf fuhr den Wagen, während Karsten mental durchging, was er für diesen Einsatz brauchte. Ein Sturz in der eigenen Wohnung. Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch. Die alte Dame hatte sich noch selbst zum Telefon geschleppt. Was musste sie für einen ungeheuren Lebenswillen haben! Die meisten würden bei diesen Schmerzen wohl einfach liegen bleiben.

In der Strasse angekommen, stellte Rolf die Sirene ab. Nur das blaue Licht tauchte alles zuckend in gespenstische Blässe. Sie ließen es bei den Einsätzen immer an. Vorsichtshalber. So kamen sie leichter wieder zurück auf die Strasse; weil man Abstand hielt.

„Leider müssen Sie die Tür aufbrechen“, tönte es von drinnen, als sie klingelten. Eine alte Stimme, zittrig, aber klar und entschlossen. „Ich kann nicht aufstehen.“ „Machen Sie ruhig; ich lasse es reparieren.“ Karsten hatte das Werkzeug schon dabei und es dauerte nur wenige Sekunden. Die alte Dame lag im Flur. Ihr Gesicht war vor Schmerz blass und verzerrt, doch sie wirkte gefasst. „Ich hatte den Becher auf dem Boden nicht gesehen. Einen kurzen Augenblick unaufmerksam und nun das.“ Ihr rosiges Gesicht sah gepflegt aus, ihr Haar war sorgfältig geschnitten und über ihrem Schlafanzug trug sie einen eleganten Morgenmantel. Karsten dachte kurz daran, dass diese Frau sicher noch viel in ihrem Leben vorgehabt hatte, als ihr das passiert war.

Sie stellten die Trage ab und halfen der Frau behutsam darauf. „Ich gebe Ihnen jetzt eine Spritze, dann läßt der Schmerz nach“ Karsten schob zärtlich ihren Ärmel hoch. Während er die Spritze setzte, streichelte er leicht ihren Kopf. Das machte er immer so. Sie entspannte sich; nur die Augen waren noch offen.

Als sie zum Wagen zurückkamen, waren ein paar Nachbarn dazu gekommen. Die leise Unterhaltung verstummte sofort. Niemand wagte es, eine Frage zu stellen, als das blasse, teilnahmslose Gesicht der alten Dame sichtbar wurde. Karsten und Rolf verankerten die Trage und stiegen vorne ein. Jetzt war die Sirene Pflicht. Der Bestattungsunternehmer zahlte wie immer 100 Euro.

Prokrastination…

…ist wieder so ein Fremdwort und bedeutet Aufschieben. Dabei geht es um notwendige, aber langweilige oder unangenehme Tätigkeiten. Das kann auch beim Schreiben passieren und heißt dann irgendwann Blockade.

Über Blockaden ist viel geredet und geschrieben worden. Sie sind geheimnissumwittert (hatte Hemingway sich nicht deswegen die Pistole an den Kopf…) und öfter mal auch ganz profan. Vom Lösen von Schreibblockaden leben inzwischen ganze Berufszweige. Unter anderem auch Sascha Lobo, einer der ganz Großen unter den Bloggern, der selbst nicht nur mehrere Blogs unterhält, sondern auch 3  Bücher veröffentlicht hat.

In „Dinge geregelt kriegen – Ohnen einen Funken Selbststdisziplin“ gehen er und Kathrin Passig auf dieses Thema ein und sie haben dazu auch einen eigenen Blog eingerichtet (www.prokrastination.com), wo man ein nettes Schreibhelfertool mit dem Titel „Write Or Die“ findet.  Dieses hübsche Ding, entwickelt von DrWicked.Com, möchte ich euch gern mal vorstellen – als eine ganz neue Form des Schreibanreizes. Dort wird Zauderei nämlich wirkungsvoll bestraft. Je nachdem, welcher Modus eingestellt wurde können Mahn-Popups auf dem Bildschirm auftauchen, oder es wird gar der bereits fertige Text gefressen.

Nebenbei möchte ich daran auch gleich gern das verlinken und taggen üben. Und was war noch mal ein Trackback? Erfahrt ihr alles nächsten Samstag.

Grüße,

dasmutti

.. da ist Musik drin!

… Bei Dussmann, dem Berliner Kulturkaufhaus und Pilgerstätte der Marketingchefs der deutschen Verlage, heißt es, im Kreativen Schreiben steckt Musik drin. Gut. Dann werde ich dem doch mal nachgehen und Weiterlesen »

hallo blinddarm,

auf die frage, inwieweit der blog sich finden lässt: bei der suche nach „alice-salomon-fachhochschule“ und „bloggen“, ergibt sich auf seite 4 folgendes bild:

screenshot0602

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