Und ewig lockt der Blog?
Ach nein, es heißt ja das Blog. Aber Blog erinnert mich an Block und der Block lockt mich mehr als das Blog. Das Blog ist ja auch sowas wie ein Block. Schreiben und die Seite an eine öffentliche Wand pinnen. Haben wir früher in der Schule auch gemacht. Da hieß es Wandzeitung. Die wurde zu einem vorgegeben Thema gestaltet. Manchmal war da sogar Platz für ein Gedicht. Hier ist nix vorgegeben, aber die Pinnwand ist öffentlicher als öffentlich. Das blockiert mich ein wenig und blockiert Zeit: noch länger vor der Kiste…
Hat ja auch eine Weile gedauert, bis ich mich durchringen konnte, mich anzumelden. Dreimal habe ich Christofs 10 Seiten zum bloggen gelesen und mir die Haare gerauft. Das klang alles so kompliziert. Dann habe ich den Papierkram in die Ecke geschmissen und mich durchgeklickt. War einfacher, als es sich gelesen hat. Blöd war das mit dem Nickname. Da ging es mir wie Wischmop09. Warum hatten sich schon andere so genannt, wie ich mich nennen wollte? Ich bin aber nicht wie Wischmop09 durch die Zimmer getobt, um mich von dem anregen zu lassen, was mich umgibt. Nach dem zweiten Fehlversuch habe ich meine Textdatein nach Überschriften abgesucht. Hat gleich bei der ersten geklappt und da wir sowieso eine Geschichte einbloggen sollen, stelle ich euch den Text vor, der mir meinen Bloggerinnennamen geben hat.
STERNENWEISE
An einem Sommerabend stolperten drei Mädchen über das Wort STERNENWEISE. Keine wusste, wo es so plötzlich hergekommen war. Es war einfach da. Das muss ein Lied sein, sagte die erste, eine Weise, die man den Sternen singt. Und sie begann, eine Melodie in die anbrechende Dämmerung hinein zu summen. Die zweite hatte sich an den Wegrand gesetzt, sprang aber sofort wieder auf und betrachtete das Gewimmel zu ihren Füßen. Ameisen, rief sie, so unzählig viele, wie es Sterne gibt. Sterneweise Ameisen! Die dritte drehte und wendete das Wort in ihren Händen. Dabei lösten sich die Buchstaben voneinander. Erschrocke formte sie die Hände zu einer Schale und fand darin ein WIESENNEST. Aus den Augenwinkeln sah sie gerade noch, wie die Ameisen ein E und ein R in ihre Behausung schleppen wollten. Rasch bückte sie sich, um die Ausreißer zu den anderen Buchstaben zurückzulegen. Durch diese Bewegung waren die Buchstaben wieder alle durcheinander geraten und als das Mädchen die Hände öffnete, blickte sie in einen STERNENSEE an dessen Ufer sich ein W und ein I innig aneinanderschmiegten. Die Mädchen kicherten. Schließlich fuhr der Wind dazwischen und blies die Buchstaben dem aufgehenden Mond entgegen.
Als STERNENWIESE funkelten sie nun vom Nachthimmel herab.
Für mich auch irgendwie DER Blog. Das Blog ist ungewohnt…