Es ist ruhig geworden, hier im Blog und auf unserer Lernplattform. Das regelmäßige Einloggen lohnt sich nicht mehr, zu wenig passiert. Die allermeisten Übungen für das erste Semester sind geschrieben, die FreiberuflerInnen unter uns arbeiten ihre Aufträge ab, um sich die Gebühren fürs nächste Semester (und hoffentlich noch ein wenig mehr Geld, ich drück euch die Daumen) zu verdienen. Und es stehen ja noch die beiden Hausarbeiten an, die wir – ganz ungewohnt – nicht hochladen, sondern ausdrucken und mit der Post verschicken müssen.
Ich schreibe meine Hausarbeiten, mit Lebensphasen habe ich schon begonnen, und mit all den Aufgaben und Arbeiten in meinem Leben wird es nicht langweilig. Draußen fällt seit 20 Stunden eisiger Regen vom Himmel und alle Frühlingsgefühle und aller Spaß am Rausgehen, die Natur genießen und Menschen zu treffen sind eingefroren. Doch so ganz alleine in meinem Zimmer vor dem Computer ist es einsam. Mir fehlt der Austausch, der Kontakt. Wenn schon nicht auf der Lernplattform, so wenigstens im Blog? Ob virtuelle Kommunikation das ersetzen wird, was mir fehlt? Vielleicht telefoniere ich die nächsten Tage mal mit einer meiner KommilitonInnen.
Und nun, weils einfach auch mal fertig werden muss, wechsle ich ins word und reflektiere meine Erfahrungen beim biografischen Schreiben.
Tagebuch einer Studentin – 6. März2009
6. März 2009 von blinddarm
Lieber Blinddarm,
ich bin noch nicht gut, eigene Gedanken in den Blog zu stellen. Für einen Kommentar habe ich daher zunächst meinen Sprüchekalender auf Tauglichkeit geprüft, doch der ist noch betrunken, seit Karneval und noch Tage danach nur sinnentlehrte Loblieder auf den Suff. Dann habe ich selbstbewusst zu Ringelnatz gegriffen, Ringelnatz geht immer, das Blinddarm-Gedicht klang mir schon in den Ohren, denn schließlich hat er auch über den Bandwurm und die Blindschl (sic) geschrieben. Aber nix, nicht das kleinste Stückchen Darm, geschweige denn Blindd.
So geschieht es, lieber Blinddarm, dass ich Dir ganz einfach einen seelenverwandten Gruß sende, dennoch nicht ganz ohne Ringelnatz, der kann nämlich auch zum Thema Hausarbeiten und Postamt mitreden:
Spute dich!
Spute dich, ehe das Postamt schließt!
Wenn auch ein Anziehn für nur zehn Minuten
Und ein Pustegehtaus-Lauf verdrießt:
Minute spart Tage im Sputen.
Fertiggestellt und nicht abgeschickt – –,
Wem nützen halbe Sachen?
Freut man sich nicht nach Erwachen,
Wenn man schon Antwort auf gestern erblickt?
Freut man sich, wenn die Uhr nicht mehr tickt?
Versäume nichts, wenn dich der Moment
Mahnt. Irgendwer, der dich liebt und kennt,
Stirbt vielleicht fern, während du niest.
Ahnt vielleicht, dass du ihn nicht liebst. –
Wenn du ihm jetzt schriebst,
Ihm, den du nicht wiedersiehst –
Spute dich, ehe das Postamt schließt.
(J. Ringelnatz)
Frohes Schaffen, lieber Blinddarm.
Apodida
mir geht es ähnlich! … vielleicht wirkt meine „Untersuchung“ etwas aufheiternd?
Es gibt ja doch noch Leute, die in den blog schauen. Für das Postamt ist es leider noch zu früh, doch meine Hausarbeit ist schon ein ganzes Stück weiter.
Auch Euch fröhliches Reflektieren!