Nach dem etwas frustiert klingenden Tagebucheintrag von unserem Blinddarm bin ich auf die Idee gekommen meine sechste Übung aus KS mal hier einzustellen:
Was muss alles abgeschafft werden?
Was muss an dessen Stelle gesetzt werden?
Doppelt verblindete Auto-Exploration
Frank Aschoff
Einleitung
Nach repräsentativen Erhebungen des Autors sind hochgerechnet ca. 99,99 Prozent der Bundesbürger unzufrieden – und zwar mit vielem. „ Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein“ : so Marx (1867). Wie kann also das gesellschaftliche Sein verändert werden?
Methode
Um Missstände im gesellschaftlichen, aber auch individuellen Sein aufzudecken, hat sich der Autor der von ihm entwickelten Auto-Exploration unterzogen. Hierbei handelt es sich um ein objektives Verfahren, mit dessen Hilfe man in Studien repräsentative Ergebnisse auch bei geringer Probandenzahl (n=1) erzielen kann.
Dem Probanden (Autor) wird vom Untersuchungsleiter (Autor) ein Blatt mit den Buchstaben des Alphabets in vertikaler Ausrichtung vorgelegt. Der Proband hat bei jedem Buchstaben maximal 3 Sekunden Zeit, den Buchstaben zu dem Begriff für das Abzuschaffende zu ergänzen und dann mithilfe eines Stichwortes das an diese Stelle zu setzende zu beschreiben. Durch die Zeitvorgabe wird sichergestellt, dass der Proband immer die ersten Einfälle nimmt, die direkt aus dem Unbewussten kommen, das bekanntlich die Wahrheit enthält. Hier haben die Zensor-Mechanismen noch nicht eingegriffen. Eine erste Untersuchungsanordung, in der vorgesehen war, dem Probanden vor dem Test eine gewisse Menge C2H6O zuzuführen, ist von der zuständigen Ethikkommission leider abschlägig beschieden worden.
Die Auswertung erfolgte doppelt verblindet, d.h. weder Untersuchungsleiter noch Proband wussten wirklich genau was sie taten.
Ergebnisse
Es kam zu hochsignifikanten Ergebnissen. Der Drop-Out lag bei 0.
Zu allen 26 Buchstaben des Alphabets gab es ein eindeutiges Ergebnis (Tabelle 1).
Tabelle 1_Links das „Abzuschaffende“, rechts die Alternative
Arbeit – Spiel
Bewusstsein – Instinkt
Charme – Ehrlichkeit
Drangsalieren – Fördern
Ende – Anfang
Fabriken – Werkstätten
Gesundheit um jeden Preis – Leben als Kunstwerk
Haus – Hütte
Intelligenz – Stille
Jasagen – Neinsagen
Kaufen – Sein
Leiden – Wunschlosigkeit
Meinungen – Haltungen
Niemand sein – Nichts sein
Ohrfeigen – Streicheln
Pisastudien – Glücksstudien
Quark erzählen – Nachdenken
Ruhe bewahren – still sein
Sex – Liebe
Tiefgang – Leichtigkeit
Unterschiede – Inter-Sein
Vieles – Eines
Wiedergeburt – Tod
XXXL-Figur – M-Figur
Yoghurt mit Chemie – Yoghurt ohne Chemie
Zeit – Gegenwart
Diskussion
Trotz der eindeutigen Ergebnisse, sind zur Bestätigung noch weitere Untersuchungen nötig.
Zukünftige Untersuchungen sollten folgende Fragen mitbedenken:
Welche Rolle spielen die Tageszeit, das direkt vorher Erlebte – oder im Vorfeld eingenommene Drogen?
Literatur
Marx K. 1867. Das Kapital. Erster Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Hamburg: Verlag von Otto Meisner
Anmerkung
Diese Untersuchung ist nicht mit Fremdmitteln unterstützt worden; im Gegenteil: dem Autor sind erhebliche Kosten entstanden. Es lag aber kein Interessenskonflikt vor.
Korrespondenzadresse:
frank.aschoff@web.de
*Für Feedback aus dem unzensierten Bereich des Unbewussten ist der Autor immer dankbar.
Vielen Dank für die Aufheiterung.
Vielleicht sollte ich es mal bei der hiesigen Ethikkommission probieren – hier ist Bayern näher als bei Dir und da sollte so ein kleines Bierchen („Nach einer Maß Bier fahre ich am besten.“), das dem Unbewussten unzensiertere Gedanken erlaubt eher genehmigen.
Sollten wir Hausarbeiten abschaffen?
Danke.
Ich war gerade einigermaßen verzweifelt. Jetzt bin ich so ziemlich vergnügt. Auch wenn es schon wieder viel zu spät ist und kein Bier mehr im Kühlschrank, Mist.
Hausarbeiten abschaffen, ja.
Zumindest solche mit genau festgelegtem Rahmen.
Oder genau festgelegtem Termin.
Wie kann man da spielen?
wie marx, nur mit anderen worten, schon bemerkte: das leben ist kein kindergeburtstag und auch kein ponyhof

oder anders formuliert: gespielt wird, wenn die hausaufgaben gemacht sind.
aber keine sorge, in der technologiegesellschaft werden hausarbeiten wie bügeln, waschen und geschirr spülen demnächst von robotern erledigt. dann wird es keine hausarbeiten mehr geben. heiter weiter. wenn das kein trost ist
wir wollen doch alle was zum naschen, zum spielen und mit schokolade (oder bier). dann sollten wir aber auf keinen fall den sex abschaffen