Vielleicht ist die Zeit ja reif für diese Initiative, vielleicht ist der blog ein sinnvoller erster Schritt in die Öffentlichkeit. Lest mein Manifest (zunächst als Übungstext für das Modul kreatives Schreiben entstanden) und schließt Euch der Initiative an. Übrigens: Auch betroffene Väter und nicht Betroffene sind gefragt, es gilt die alte Regel: Nur gemeinsam sind wir stark.
!Gegen die Mutterschaftsdepressivität!
Kein Ende der Mutterschaftsdepressivität ist in Sicht, mit der Mutterschaftsdepressivität wird es bald zu Ende gehen!
1. Die Mütter aller Weltenden und Kulturen vereinigen sich gegen die Vorherrschaft der Söhne. Wir lassen uns nicht mehr gegeneinander ausspielen. Wir halten zusammen wie Plazenta und Gebärmutter bis nach der Geburt. Die Vereinigung glücklicher Mütter wird geboren.
2. Mütter lieben ihre Kinder, jede auf ihre Art. Kinder lieben ihre Mütter, jedes auf seine Art. Wir lassen uns unsere Liebe nicht länger nehmen. Wir beharren darauf, dass Liebe auch manchmal auf krummen Wegen geht. Wir lieben wie der Schmetterling im Wind flattert.
3. Mutterschaft ist ein anstrengendes Geschäft und mehr wert als alle Hedgefonds und Steuersparmodelle dieser Welt. Wir lassen uns diese Aufgabe ab sofort bezahlen. Doch der schnöde Mammon wird dem nicht gerecht. Unsere Bezahlung sind liebevolle Massagen, ungestörte Nächte in Himmelbetten, Kuchen und Canapees, Frauenabende in Cocktailbars, Saunabesuche, Überraschungsgeschenke und was immer unser Herz begehrt.
4. Wer einmal Mutter ist, wird es immer bleiben. Wer einmal Mutter ist, will dennoch zwischendurch auch mit Erwachsenen sprechen. Wir fordern Wohnformen, in denen viele Kinder mit vielen Erwachsenen, alten und jungen, Männern und Frauen zusammen wohnen, auf dass die Mütter ihre Küche regelmäßig verlassen können.
5. Eine Welt, die nicht für Kinder eingerichtet ist, ist auch nicht für die Mütter eingerichtet. Kinder brauchen Verlässlichkeit: Berufspendeleien durch die ganze Welt, prekäre Arbeitsverhältnisse, befristete Verträge werden als kinderfeindlich abgeschafft. Kinder brauchen Sicherheit: Autos werden aus den Städten verbannt, Stadtteilgemeinschaften werden errichtet.
Kinder brauchen Zukunft: Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind das Gebot der Stunde und des Jahrtausends. Die Welt muss sich nach den Bedürfnissen der Jüngsten einrichten, dann werden Mütter ihre Aufgabe mit Freude erledigen.
6. Kinder sind die Zukunft und ohne Mütter gibt es keine Kinder. Wir alle, die wir die wichtigste Aufgabe der Welt erledigen, kämpfen für unsere Anerkennung. Die Menschheit erkennt die Wichtigkeit und wir erleben Wertschätzung und Achtung. Selbstzweifel, Depressivität, Schuld- und Versagensgefühlen sagen wir Aufnimmerwiedersehen.
Das Ende der Mutterschaftsdepressivität ist in Sicht. Der Kampf der vereinigten Mütter hat heute begonnen.
Glückliche Mütter wollen wir sein. Glückliche Mütter sind wir.
Vereinigung der Mütter aller Weltenden und Kulturen
März 2009
V.i.S.d.P: blinddarm@studierschrift.wordpress.com
Alle Mütter, Kinder und sonstigen Interessierten können sich jederzeit dem Kampf anschließen. Beginnen Sie in Ihrem Wohnblock mit gegenseitiger Unterstützung, machen Sie Ihre Straße zur Spielstraße, fahren Sie mit dem Fahrrad und fordern Sie jegliche finanzielle Unterstützung ein, die es geben könnte. Schreiben Sie mit Ihren Kindern eine Geschichte!