Der normale Semesterbetrieb pausiert gerade ein wenig, deshalb hier nochmals ein Buchtipp von mir. Es geht um das Schreiben von wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Wissenschaftliches Schreiben ist zwar nicht Inhalt unseres Studiengangs, gehört aber zum breiten Berufsfeld von Schreibpädagogen dazu. Und spätestens im nächsten Jahr betrifft uns das Thema persönlich, wenn wir mit unserer Masterarbeit unser Studium abschließen werden.
Flott geschrieben und in den Methoden amerikanisch orientiert führt Judith Wolfsberger durch alle Phasen der Erstellung einer Abschlussarbeit. Der Titel „frei geschrieben. Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ ist 2008 bei Böhlau in Wien erschienen (ISBN 978-3-205-77628-4). Judith Wolfsberger hat während eines Studienaufenthalts in Berkeley erlebt, wie Schreibförderung an Universitäten auch aussehen kann. In ihrem schön gestalteten und übersichtlichen Buch macht sie viel Mut – ein Lieblingswort von ihr ist „Chuzpe“ – und will Freude am Schreiben vermitteln. Für die eigentliche Textproduktion benutzt sie die Methoden des Clusters und des Freewritings, doch sie geht auch auf die Themen Umgang mit den BetreuerInnen, Themenabgrenzung, Gliederung, Überarbeitung, … ein. Spannend im Zusammenhang mit unserem Modul „Schreiben am Computer“ fand ich, dass sie sich sowohl mit handschriftlichen Rohentwürfen als auch mit möglichen technischen Hilfsmitteln beschäftigt. Ihre Idee, die Abschlussarbeit in einem Schreibmarathon – inspiriert vom National Novel Writing Month – zu schreiben, möchte ich aufgreifen und suche hierfür jetzt schon interessierte MitstreiterInnen für den Sommer 2010.
frei geschrieben
6. April 2009 von blinddarm